...über Ursache und Wirkung der Meinungsverschiedenheiten beim Turmbau zu Babel
Singspiel mit Enviroment und Ballett von Sven-Åke Johansson und Alexander v. Schlippenbach (Video)
Shelley Hirsch, Gesang
Sven-Åke Johansson, Gesang, Akkordeon
Anne LeBaron, Harfe
Wolfgang Fuchs, Saxophon, Klarinetten
Tristan Honsinger, Cello
Alexander v.Schlippenbach, Piano,
Paul Lovens, Percussion,Schlagzeug
Regina Baumgart, Tanz
Bühnenbild: Claudia Doderer, Libretto: Sven-Åke Johansson, Dramaturgie: Klaus Peter Kehr
UA 1986 im Kammertheater der Staatsoper-Stuttgart
Weitere Aufführungen: Stadttheater Gütersloh 1986, gleiche Besetzung Hebbeltheater Berlin, Neuinszenierung von Fritz Rahmann 1994, Bühnenbild: Doderer,
gleiche Besetzung + Dietmar Diesner, Saxophon
Die Sterne am Himmel verblassen, wenn der Grosse Wagen nicht zu sehen ist. So ist es auch im Baugeschäft. Wenn der Bauwagen nicht in Erscheinung tritt,
ist nicht viel von „Erbaulichem“ zu spüren. Heutzutage wird viel gebuddelt, um die Ecke, vor der Ecke, sogar noch auf der Ecke – wonach?
Viele dieser Buddler verbringen einen langen Teil des Lebens, wenn es regnet oder schneit, in Umkleidephasen in den,
meist in unmittlebarer der Baustellen aufgestellten, sogenannten Bauwagen der Firma Bilfinger & Berger, Bartel-Bau, Blobert & Hofgrefe usw.
Unentwegt begleiten einen - in den Städten, Absperrungen, Umleitungen - Maschinen aller Farben und Grössen mit Sägezähnen oder Hebelvorrichtungen:
ein unergründlicher, sich nie schliessender Kreis. Hier steht der Kreis nun als Ausgangsposition für Sänger, Instrumentalisten und Tänzerin,
um eine Verwandschaft zu schaffen zwischen den Gegenständen der alleralltäglichsten Verhältnisse, zwischen Baumaschinen und Musikistrument ? - optisch.
Klang und Geräusch sind anders: die tatsächliche Verwandschaft in der Modernen Musik zu unfreiwillig aufgenommenen Geräuschen des Strassenlärms,
zu unterschiedlichen mechanischen Bewegungen der Maschinen, Fahrzeuge etc.?
Sven-Åke Johansson
Szene I
Der Baumeister erscheint nicht, er hat sich in den Zollstock verwickelt
Szene II
Das Holz wird begutachtet, gelobt, hingehalten, die Maße besungen
Szene III
die Stromversorgung zu dem Betonmischer ist unterbrochen - Sand wird hineingetan schaufelweise - Wüstenlieder erklingen - gemäßigte Korngrösse
Szene IV
Das Frühstücksduett wird zweistimmig gesungen (Dickmilk und Orangenjuice) im Bauwagen - begleitet von Musik - aussen - treten auf die Treppe, hinunter gehen, auch aus dem Fenster gesungen
Szene V
Die Mittagshitze lässt nur minimale Bauvorhaben zu. Die Sonne glüht (Musik steht fast still) Schattenplätze suchen. Ist da nicht eine Regenwolke?
Szene VI
Rote Rathenower Ziegesteine im Unterschied zu den gelben Birkenwerderschen (Glindow). Erbaut haben sie manch Städte, was sollen sie hier?
Bricks! Bricks! Bricks! The red an yellow! Stapeln sie auf
Szene VII
Wolkenbruch, Rain und Regenlieder singen, Schutz teils unter den vorstehenden Dachlatten des Bauwagens, teils hineingehen. Schutz im Zelt. Harfe und Piano spielen mit Südwester, teils Instrumente bedecken (licht grau-dunkel) singing, standing, walking in the rain. Regen vortäuschen.
Szene VIII
Sonne erscheint - Harfenarpeggios (ziehen die Südwester aus). Masseinheiten werden geändert: Inch to Centmeter, Zoll zu Zentimeter. Telefonanruf im Wagen - "what was it?"-
"They've changed the mesarures" Musik: Charakter tastend im Neufeld - Licht dunkelt. Bestrahlung des Mischers. (Musik nur Sopranino)
siehe auch unter Discographie Doppel LP FMP-S 20/21
und Hörspiel Radiofeature von Thomas Groetz




